Geschichte · Mittelalter

Burg Bentheim – Aufgabe 3: Museumsführung

Klasse 7 · Rollenspiel & Schreibaufgabe · Mai 2026 · lehrer-herrmann.de

Kontext

Im Unterricht habt ihr gelernt, welche Aufgaben eine mittelalterliche Burg hatte und wie sie aufgebaut war. In dieser Aufgabe wendet ihr dieses Wissen in einer realen Situation an.

3

Die Museumsführung – Rollenspiel und Skript

Ein Tourist aus dem norddeutschen Flachland besucht zum ersten Mal die Burg Bentheim in Bad Bentheim (Niedersachsen). Der Museumswärter erklärt ihm Anlage und Funktion der einzelnen Bauabschnitte.

Bezieht euch auf: V1 (Lehrbuchtext S. 42–43) und Q1 (Luftbild/Abbildung der Burg)
🏰 Museumswärter/in
🧳 Tourist/in aus dem Flachland
Was euer Rollenspiel-Skript enthalten soll:
Der Museumswärter nennt und erklärt mindestens vier Bauteile der Burg mit ihrer jeweiligen Funktion. Der Tourist stellt mindestens zwei Fragen. Schreibt das Skript als Dialog (abwechselnd sprechen).
Euer Rollenspiel-Skript
0 Zeichen
🔑 Musterlösung – Erwartungshorizont & Beispieldialog

Vergleiche dein Skript mit dem Erwartungshorizont. Deine Formulierungen dürfen abweichen – entscheidend ist, ob die richtigen Bauteile mit korrekter Funktion genannt werden.

Welche Bauteile müssen vorkommen?

① Unteres Burgtor Einziger Zugang zur Anlage; verhinderte feindliches Eindringen; heidnische und christliche Schutzzeichen im Sandstein.
② Oberes Burgtor Zweite Sicherheitsschleuse; Kontrolle des Zugangs zum Kernbereich der Burg.
③ Pulverturm (Bergfried) Mächtigster Turm (30 m hoch, älteste Teile 11./12. Jh.); letzter Rückzugsort; Verlies und Vorratslager im Fels.
④ Palas / Kronenburg Wohngebäude des Adligen; Verwaltung, Gericht, repräsentatives Leben; kronenähnliche Schornsteine.
⑤ Batterieturm Verteidigungsturm für schwere Geschütze (Kanonen); sicherte Süd- und Westmauer; auch Speicher und Verlies.
⑥ Katharinenkirche Kapelle für das religiöse Leben auf der Burg; Andacht und Gottesdienst; heute Museum.
⑦ Brunnen Wasserversorgung der Burgbewohner; lebenswichtig bei Belagerungen.
⑧ Burghof Innenhof als Zentrum des Alltagslebens; Turniere, Werkstätten, Lagerräume, Ställe.

Beispiel-Dialog (Musterlösung)

Rollenspiel: Museumsführung auf Burg Bentheim
🏰 Museumswärter:
Herzlich willkommen auf Burg Bentheim! Sie stehen gerade am unteren Burgtor, das noch aus dem 13. Jahrhundert stammt. Es war der einzige Zugang zur Burg und machte es Angreifern schwer, einzudringen. Schauen Sie mal – im Sandstein sehen Sie eingemeißelte Symbole, Kreuze und Sonnenräder. Die sollten die Burg vor Bösem schützen.
🧳 Tourist:
Oh interessant! Und was ist das für ein riesiger Turm da drüben?
🏰 Museumswärter:
Das ist der Pulverturm, auch Bergfried genannt – der mächtigste Turm der ganzen Anlage. Er ist fast 30 Meter hoch und gehört zu den ältesten Teilen der Burg. Im Inneren gibt es ein 12 Meter tief in den Fels gehauenes Verlies, das als Gefängnis, Pulverkammer und Vorratslager diente. Wenn die Feinde die äußeren Mauern überrannten, zog sich die Besatzung hierher zurück.
🧳 Tourist:
Und wo hat der Burgherr eigentlich gewohnt? Doch nicht in diesem dunklen Turm?
🏰 Museumswärter:
Nein, nein! Das Wohngebäude war die Kronenburg, auch Palas genannt – das große Gebäude mit den kronenähnlichen Schornsteinen. Dort lebte der Adlige mit seiner Familie, hielt Gericht und verwaltete seine Ländereien. Heute sind die historisch eingerichteten Zimmer Teil des Museums.
🏰 Museumswärter:
Und sehen Sie den runden Turm links? Das ist der Batterieturm, fast 45 Meter hoch. Er war für schwere Kanonen ausgebaut und sicherte die Süd- und Westseite der Burg. Im Inneren gibt es sogar noch ein Verlies.
🧳 Tourist:
Wie haben sich die Menschen auf der Burg eigentlich mit Wasser versorgt?
🏰 Museumswärter:
Sehr gute Frage! Der Brunnen an der Nordseite der Mauer war lebensnotwendig – besonders bei einer Belagerung, wenn die Burg von Feinden umzingelt war. Und die kleine Kirche dort, die Katharinenkirche, sorgte für das religiöse Leben auf der Burg. Gottesdienste und Andachten fanden dort statt, heute ist es ein Museum.

Bewertungshinweise

Leistung Anforderungen
Volle Leistung Mind. 4–5 Bauteile mit korrekter Funktion; erkennbarer Dialog mit Fragen des Touristen; Bezug auf Q1 oder V1 erkennbar.
Gute Leistung 3–4 Bauteile mit Funktion; Dialog ansatzweise vorhanden; kleiner inhaltlicher Fehler möglich.
Basisleistung 2–3 Bauteile genannt; Funktion nur teilweise erklärt; kein echter Dialog, sondern eher Aufzählung.