KI-Werkstatt · Modul A

Einführungseinheit: Wie funktioniert KI eigentlich?

Selbstlern-Modul für die Werkstatt „KI für Schüler*innen" – Jahrgang 8–10

📖 Selbstlernmodul ⏱ ca. 40–50 Min. 💻 iPad-optimiert ✓ 6 Segmente
🔒 Pflichtvoraussetzung: Dieses Modul musst du durcharbeiten, bevor du frei zwischen den Werkstatt-Modulen B, C und D wählen darfst.
Segment 1 von 6
Segment 1 · Einstieg

Was ist eigentlich „KI"?

Nicht alles, was „KI" heißt, funktioniert gleich – drei Arten begegnen dir am häufigsten.

💬

Chatbots

z. B. ChatGPT, Claude, Gemini. Du schreibst eine Frage oder Aufgabe, die KI antwortet in Textform – erklärt, fasst zusammen, verbessert Texte. Sie „weiß" aber nichts wirklich, sie berechnet nur, welches Wort als Nächstes am wahrscheinlichsten passt.

🖼️

Bild-KI

z. B. Midjourney, DALL-E. Du beschreibst ein Bild in Worten, die KI erzeugt daraus eine Grafik. Diese Bilder sind komplett neu erstellt, keine Fotos – auch wenn sie täuschend echt aussehen können.

🔊

Sprachassistenten

z. B. Siri, Alexa. Verstehen gesprochene Sprache und führen einfache Befehle aus. Meist einfacher gebaut als Chatbots.

✏️ Aufgabe

Nenne drei Beispiele aus deinem Alltag, wo dir KI schon begegnet ist (auch wenn du es vielleicht gar nicht bewusst wahrgenommen hast). Schreibe pro Kasten ein Beispiel hinein und ordne es danach einer KI-Art zu.

Beispiel 1
Beispiel 2
Beispiel 3
Segment 2 · Grundprinzip

Wie „lernt" ein Sprachmodell?

Muster statt Denken.

📚 Millionen Texte, aber kein Wissen

Ein Sprachmodell hat vorher Millionen von Texten gelesen – Bücher, Webseiten, Artikel. Dabei hat es kein Wissen im menschlichen Sinn „gelernt", sondern Muster erkannt: Welches Wort folgt typischerweise auf welches?

Ein Vergleich: Stell dir vor, du hast noch nie „Guten ___" gehört, aber tausendmal gelesen, dass danach meistens „Morgen" oder „Tag" kommt. Du würdest richtig raten, ohne den Satz wirklich zu „verstehen". Genau so – nur viel komplexer – funktioniert ein Sprachmodell.

Wichtig zu verstehen: Die KI „denkt" nicht wie ein Mensch, sie berechnet Wahrscheinlichkeiten. Sie hat keine eigene Meinung, kein Bewusstsein, keine Erfahrung – kann aber trotzdem sehr überzeugend klingen, auch wenn sie falsch liegt (dazu mehr in Segment 3).

✏️ Aufgabe – Probiere selbst

Gib der KI den Satzanfang „Der Fußball rollte über das ___" ein und lass sie ihn vervollständigen. Frag sie danach: „Wie hast du entschieden, welches Wort du nimmst?"

Du brauchst dafür kein eigenes Konto – eine KI kannst du ohne Anmeldung nutzen: DuckDuckGo AI-Chat.

Was hat dich an der Antwort überrascht oder bestätigt? (2–3 Sätze)
Segment 3 · Grenzen der KI

Warum halluziniert KI?

Überzeugend klingen ≠ richtig liegen.

Comic „Der selbstsichere Schwätzer

👻 Was ist eine „Halluzination"?

Eine KI kann sehr überzeugend klingen – und trotzdem komplett falsch liegen. Das nennt man „Halluzination": Die KI erfindet Fakten, Zitate, Quellen oder Zahlen, die es gar nicht gibt. Sie tut das nicht absichtlich und merkt es auch nicht selbst – sie berechnet einfach, was plausibel klingt (siehe Segment 2).

❓ Warum passiert das?

  • Die KI hat kein „Wissen", das sie nachschlägt, sondern erzeugt Text auf Basis von Wahrscheinlichkeiten.
  • Bei sehr speziellen, seltenen oder neuen Fragen füllt sie Lücken mit plausibel klingenden, aber erfundenen Informationen.
  • Je selbstbewusster die Antwort klingt, desto weniger sagt das über ihre Richtigkeit aus.
Die wichtigste Regel: Bei allem, was du von einer KI übernehmen willst (Fakten, Daten, Zitate, Quellen) – immer gegenprüfen, z. B. mit einer zweiten Quelle oder eigenem Wissen.

✏️ Aufgabe

Frag die KI nach etwas sehr Speziellem, das sie vermutlich nicht genau wissen kann (z. B. „Nenne mir drei Fakten über [ein Ereignis an eurer Schule, ein sehr kleines lokales Thema, ein erfundener Name]"). Prüfe die Antwort.

Erkennst du erfundene Details? Woran hast du sie erkannt?

Beispiel: Frag eine KI z. B. nach dem Aktenzeichen und der Begründung eines sehr speziellen (frei erfundenen) Gerichtsurteils, etwa „Nenne mir Aktenzeichen und Begründung des Urteils Meyer gegen Schulze vor dem Amtsgericht Lingen von 2019". Häufig erfindet die KI ein vollständig plausibel klingendes Aktenzeichen (z. B. „14 C 233/19"), ein Datum, einen Richternamen und sogar eine Urteilsbegründung – obwohl es dieses Urteil gar nicht gibt. Genau das ist eine Halluzination: Form und Ton wirken seriös und amtlich, der Inhalt ist komplett erfunden.

Segment 4 · Praxis

Prompting-Basics

Die Antwort einer KI hängt stark davon ab, wie du fragst.

Ein guter Prompt (= Anfrage) macht den Unterschied zwischen einer unbrauchbaren und einer wirklich hilfreichen Antwort. Vergleiche diese zwei Prompts:

❌ Schwacher Prompt „Schreib was über Klimawandel"
Die KI weiß nicht: Wie lang? Für wen? Welcher Aspekt? Das Ergebnis ist beliebig.
✅ Guter Prompt „Erkläre mir in 5 Sätzen, für einen 14-Jährigen, warum der Klimawandel die Ozeane verändert. Nutze ein Alltagsbeispiel."
Klar, konkret, mit Zielgruppe, Länge und Fokus.

🧱 Vier Bausteine für einen guten Prompt

  • Was genau soll die KI tun? (erklären, zusammenfassen, Ideen sammeln …)
  • Wie ausführlich/lang soll die Antwort sein?
  • Für wen ist die Antwort? (Vorwissen, Alter, Zweck)
  • Zusätzliche Wünsche (Beispiele, bestimmter Ton, Format)

✏️ Aufgabe

Du brauchst kein eigenes Konto – eine KI kannst du ohne Anmeldung nutzen: DuckDuckGo AI-Chat.

Nimm ein Thema, das dich interessiert. Schreibe zuerst einen „schlechten" Prompt (kurz, unklar) und lass die KI antworten.

Mein schlechter Prompt:

Verbessere den Prompt dann mit den vier Bausteinen.

Mein verbesserter Prompt:
Welche Antwort war besser – und warum?

🌟 Ein Profi-Prompt

Profis bauen richtig gute Prompts oft in klar benannten Abschnitten auf. Fülle die folgenden Bausteine zu einem Thema deiner Wahl aus – unten siehst du die Vorschau deines fertigen Profi-Prompts.

<role>Wer die KI sein soll, mit konkreter Expertise
<context>Hintergrundinformationen zur Aufgabe
<task>Die eigentliche Aufgabe, in logische Schritte unterteilt
<constraints>Einschränkungen und Grenzen
<output_format>Genaue Beschreibung des gewünschten Formats
<edge_cases>Umgang mit Sonderfällen
Vorschau deines Profi-Prompts:
Noch keine Angaben – fülle oben mindestens ein Feld aus.
Segment 5 · Verbindlich

Werkstatt-Regeln & Abschlusscheck

Die KI-Werkstatt läuft nach den gleichen Grundsätzen wie der Rest der Friedensschule.

📱 Diese Leitgedanken gelten auch für den KI-Einsatz

  1. 1Setze die KI nur ein, wenn sie dir beim Lernen hilft – nutze sie niemals ziellos.
  2. 2Beachte auch im Umgang mit KI unser Schulleitbild.

🤝 Zusätzlich für die KI-Werkstatt (3V)

  • Verantwortung: Du entscheidest, was du mit der KI machst – aber du bleibst verantwortlich für das Ergebnis. Eine KI-Antwort ungeprüft abzugeben zählt nicht als eigene Leistung.
  • Verbindlichkeit: Was du dir für einen Termin vorgenommen hast, ziehst du durch – oder sprichst es an, wenn sich etwas ändert.
  • Vertrauen: Wenn du unsicher bist, ob eine KI-Nutzung okay ist, frag – lieber einmal zu viel als eine Grenze überschreiten.
Faustregel: KI hilft dir beim Denken – sie denkt nicht für dich.

✅ Abschlusscheck

Beantworte kurz (schriftlich oder im Gespräch mit deiner Lernbegleitung):

1. Nenne einen Grund, warum du eine KI-Antwort immer gegenprüfen solltest.

2. Was macht einen guten Prompt aus? (Nenne mind. 2 Bausteine)

3. Nenne eine Regel aus den Leitgedanken, die auch für KI-Nutzung gilt.

Segment 6 · Abschluss

Meine Antworten

Alle deine Antworten aus dem Modul auf einen Blick – zeig sie deiner Lernbegleitung oder lade sie als Datei herunter.

KI-Werkstatt – Modul A: Einführungseinheit

Tipp: Wähle im Druckdialog „Als PDF sichern"/„Speichern unter PDF" – auf dem iPad über das Freigabe-Symbol „In Dateien sichern".

🎉 Geschafft!

Du hast die Einführungseinheit der KI-Werkstatt durchgearbeitet. Lade deine Antworten herunter und zeig sie deiner Lernbegleitung – erst danach kannst du frei aus den Werkstatt-Modulen B, C und D wählen.

✔️ Geschafft! Zeig diese Seite oder die heruntergeladene Datei deiner Lernbegleitung, damit sie das Modul als erledigt vermerken kann.

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